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„Der Landessportleiter gibt bekannt“ - Aufbewahrung von Waffen und Munition

waffenschrank.jpgMit Wirkung vom 6. Juli 2017 sind Änderungen des Waffengesetzes bzw. der AWaffV §13 in Kraft getreten, die teilweise zu erheblicher Verunsicherung und Nachfragen geführt haben.

Allgemein bekannt ist, dass nach diesem Zeitpunkt erworbene Waffenschränke den Vorgaben der Norm DIN EN 1143-1 (Klasse 0 oder I) entsprechen müssen. Bei einem Behältnis der Klasse 0 und l dürfen Waffen und Munition gemeinsam gelagert werden. Die Waffen müssen dabei ausdrücklich ungeladen sein.

Unklarheit besteht teilweise zur Frage des Bestandsschutzes bereits vorhandener Behältnisse gem. Bauartbeschreibung VDMA A, B bzw. A/B. Diese können vom Besitzer weiter genutzt werden, solange die auch bisher geltenden Grenzen der gesetzlichen Lagerkapazität nicht überschritten werden. Auch im Falle einer gemeinsamen Aufbewahrung in einer häuslichen Gemeinschaft dürfen die Schränke weiter genutzt werden – dies gilt auch im Falle des Versterbens des Besitzers für die Mitaufbewahrer. Nicht möglich ist hingegen eine Nutzung als Waffenschrank, wenn dieser nach dem o.g. Stichtag neu oder gebraucht erworben wird.

Mit Schreiben vom 31. Juli 2017 informiert das Forum Waffenrecht (FWR), dass einige Behörden die Nachmeldung von Schränken nicht akzeptieren, die vor dem Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes in Benutzung, aber nicht bei der Behörde gemeldet waren. Dies ist nach Auffassung des FWR nicht korrekt, da Voraussetzung für den Bestandsschutz gem. § 36 Abs. 4 WaffG nicht die Anmeldung bei der Waffenbehörde, sondern die Aufrechterhaltung der bisherigen rechtmäßigen Nutzung sei. Es kann sich also durchaus lohnen, gegenüber der Behörde einen noch nicht angemeldeten und zur Waffenaufbewahrung genutzten Waffenschrank unter Vorlage von Nachweisen (Zeugen, Kaufbelegen usw.) nachzumelden.

Wichtig:

Ein fahrlässiger Verstoß gegen die Aufbewahrungsvorschriften des Waffengesetzes bleibt zwar weiterhin eine Ordnungswidrigkeit, diese kann aber gleichwohl den Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit nach sich ziehen. Darüber hinaus kann ein Verstoß auch eine Straftat darstellen, wenn vorsätzlich gegen die Aufbewahrungsvorschriften verstoßen und die Gefahr des Abhandenkommens der Waffe geschaffen wird.

Neuerdings verlangt §13 Absatz 2 WaffG für Waffen oder Munition, deren Erwerb von der Erlaubnispflicht freigestellt ist, ebenfalls eine Aufbewahrung mindestens in einem verschlossenen Behältnis (kein Widerstandsgrad erforderlich). Somit müssen Gas-/Signal-, CO2- und Airsoft-Waffen, Luftgewehre und -pistolen, Armbruste, Blankwaffen aber auch Gas-, Pfeffer-, Knallpatronen sowie Signaleffekte, die frei ab 18 Jahren erworben werden können, verschlossen gelagert werden. Also: Ein Waffenschrank ist nicht erforderlich, aber ein freies Aufhängen eines Säbels im Hobbyraum oder ein Luftgewehr in der unverschlossenen Besenkammer sind nicht zulässig!

Mit herzlichem Gruß

Euer Landessportleiter